Es gibt Projekte, die im Beratungsalltag entstehen — und es gibt Projekte, die man abends aus Freude an der Sache baut. Feder gehört in die zweite Kategorie. Seit dieser Woche steht das Programm in Version 1.2 unter wilke-it.consulting/feder zum Laden bereit.

Was Feder ist
Feder ist ein Schreibprogramm für den Mac. Es verbindet eine ruhige, buchartige Schreibfläche mit einer Bibliothek, in der Ideen, Projektskizzen und Tagebucheinträge nebeneinander Platz haben. Der Text wird direkt beim Tippen als Markdown gesetzt: Überschriften, Betonungen, Zitate, Listen sieht man sofort in ihrer endgültigen Form — die Datei bleibt dabei aber, was sie ist: eine schlichte .md-Datei in einem gewöhnlichen Ordner.
Genau dieser Punkt war die Ausgangsidee. Wer über Jahre schreibt, sammelt Text an. Dieser Text soll noch in zehn Jahren lesbar sein — mit oder ohne das Programm, mit dem er entstanden ist. Deshalb keine Datenbank, kein proprietäres Format, keine Cloud-Kontenverwaltung. Die Texte liegen dort, wo der Nutzer sie sucht: im Dateisystem.
Warum ein weiteres Schreibprogramm?
Weil in unserer Beratungsarbeit immer wieder derselbe Wunsch aufkam: eine Umgebung zum Denken und Schreiben, die den eigenen Bestand nicht in eine fremde Infrastruktur zieht. Für private Notizen, Tagebücher, Projektvorüberlegungen — Dinge, die man nicht in einem Kollaborationstool haben will. Aus diesem Wunsch ist Feder geworden.

Die Gestaltung folgt der gleichen Haltung: fünf Farbmodi (inklusive zweier Sepia-Töne), sechs Serifen- und Schreibmaschinenschriften zur Wahl, viel Weißraum. Nichts blinkt, nichts drängt sich auf. Wer sich hinsetzt, schreibt.
Was Feder bewusst nicht kann
Genauso wichtig wie das, was drin ist, ist das, was fehlt — und zwar mit Absicht. Feder kennt weder Echtzeit-Zusammenarbeit noch das Veröffentlichen in Blogs, keine Bilder im Text, keine Schreibziele oder Statistiken. Wer solche Funktionen braucht, findet dafür sehr gute andere Programme. Feder will nichts sein außer einem Ort zum Schreiben, den man auch nach zehn Jahren noch erkennt.
Die einzige Verbindung nach außen, die überhaupt entstehen kann, ist optional: Wetter und Schlagzeilen des Tages im Tagebucheintrag sowie eine tägliche Prüfung auf eine neuere Fassung. Die geschriebenen Texte verlassen das Gerät nie.
Zum Bezug
Feder läuft auf macOS 13 (Ventura) oder neuer und ist ausschließlich für Apple Silicon (M1 und aufwärts) gebaut. Auf Intel-Macs ist es aktuell nicht lauffähig — eine Universalfassung ließ sich mit dem eingesetzten Entwicklungswerkzeug nicht erzeugen. Das Programm ist rund 2 MB klein und startet ohne Warnhinweise.
Die aktuelle Fassung ist Version 1.2 vom September 2026, mit Feinschliff an Bibliothek und Suche gegenüber der ersten öffentlichen Auslieferung im Juli.
Für wen (und für wen nicht)
Feder ist gedacht für Menschen, die regelmäßig Tagebuch führen und dafür etwas Ruhigeres wollen als ein Textfeld; die Ideen und Projektskizzen sammeln, bevor daraus etwas wird; die Wert darauf legen, dass ihre Texte in zehn Jahren noch ohne dieses Programm lesbar sind. Nicht die Zielgruppe: Teams, die gemeinsam an Texten arbeiten — das kann Feder nicht, und es soll das auch nicht können.
Alle Details, Screenshots und der Download stehen auf der Produktseite unter wilke-it.consulting/feder. Über Rückmeldungen freuen wir uns — Feder ist erklärtermaßen ein Nebenprodukt aus Freude an der Sache, keine Roadmap-Verpflichtung. Aber genau das macht die Weiterentwicklung angenehm ruhig.